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JURY &BEGRÜNDUNG ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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DIE JURY DES LANGHÖRSPIELWETTBEWERBS 2010 UND IHRE BEGRÜNDUNG:
Beate Andres
Hörspielregisseurin, zweimalige Gewinnerin des Hörspielpeises „Hörspiel des Monats“. Gewinnerin des internationalen Hörspielpreis Prix Maruli mit dem Stück „Minotaurus“ (nach Friedrich Dürrenmatt).
Dunja Arnaszus
Dunja Arnaszus, geb 1970 in Göttingen, Ausbildung in Bristol, England als Zirkus- und Performancekünstlerin. Berufliche Laufbahn als Darstellerin und Dramaturgin. Sie lebt derzeit als Hörspielautorin in Hamburg.
Jochen Meißner
freier Kultur- und Medienjournalist, Featureautor. Seit 1996 ständiger Hörfunkkritiker für den Medienfachdienst Funk-Korrespondenz. Mitglied verschiedener Jurys (Hörspielpreis der Kriegsblinden, Hörspiel des Monats, Deutscher Kinderhörspielpreis, Hörspielpreis der ARD). Künstlerischer Leiter des jährlich stattfindenden Hörspielsymposions an der Eider. Autor und Herausgeber zur Ästhetik und Geschichte des Hörspiels.
Martin Daske
Kompositorische Ausbildung in den USA am Dartmouth College bei Christian Wolff, in Krakòw und am Mozarteum Salzburg bei Boguslaw Schaeffer. Zahlreiche Hörspiele und andere Radioarbeiten. Seit 1993 betreibt Daske sein eigenes Produktionsstudio: tribord studio.
(Fortsetzung nächste Seite)
Ulrike Haage
Studium an der Hamburger Musikhochschule. 2003 wurde sie als jüngste und einzige Frau mit dem Deutschen Jazzpreis ausgezeichnet. Ulrike Haage ist Pianistin, Komponistin, Soundartist und Hörspielautorin und gilt als eine der bekanntesten Klangkünstlerinnen Deutschlands.
Wolfgang Rindfleisch
Dramaturg, Regieassistent und Regisseur. Zusammenarbeit mit Heiner Müller, Blixa Bargeld und den EINSTÜRZENDEN NEUBAUTEN.Gewinner des „Hörspielpreises der Kriegsblinden“ und des Deutschen Kinderhörspielpreises.
4. PLATZ
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OPEN SHELL von Stella Luncke u. Josef Maria Schäfers
3. PLATZ
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MONSTER von Mia Frimmer u. Joe Bauer
2. PLATZ
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RESET von Christopher u. Frederik Dröge
In "RESET" werden auf sehr radiophone Art und Weise gleich zwei Geschichten erzählt: die eines Amoklaufs und die seiner Erforschung in einer virtuellen Umwelt. Nicht nur, dass das Stück auf die üblichen meist trivialpsychologischen oder trivialsoziologischen Erklärungsmuster für die Gewalttat eines Jugendlichen verzichtet, es diskutiert vielmehr auch die Frage der Willensfreiheit, die gegenwärtig von Teilen der Hirnforschung für obsolet erklärt wird. Außerdem wird nach dem Status von künstlichen Lebensformen gefragt und danach mit welchen Rechten sie ausgestattet werden können/sollen/müssen. Das Hörspiel "Reset" von Christopher und Frederik Dröge tut dies nicht in einem dem Plot überstülpten Diskurs, sondern in der und durch die Erzählung selbst. Rekursive Schleifen, Bestandteil eines jeden Programmcodes, werden erzählerisch fruchtbar gemacht und so werden die Wiederholungen und Redundanzen nie langweilig, sondern treiben das Stück voran. Darüber hinaus haben Dröge & Dröge für ihr Stück eine Auflösung gefunden, die alle Ebenen der Erzählung zu einen konsequenten Abschluss führt.
1. PLATZ - DAS LANGE BRENNENDE MIKRO
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DER FISCH von Detlev Welker und Propellersound
Ein alternder Käfer von beeindruckender Körpergröße betrachtet sein Spiegelbild auf der Wasseroberfläche, doch flussabwärts lauert eine Eidechse und so traut der Käfer sich nicht den Schutz der Steine zu verlassen. Er erinnert sich an eine lebensbedrohliche Gefahr aus einem früheren Leben, als er als Fisch im Wasser lebte und von der Katze getötet wurde, die ihrerseits den Überfall nicht überlebte. Der Käfer glaubt an ein Leben vor seinem heutigen, er glaubt an das Prinzip der Metamorphose - womit das Thema des Hörspiels benannt ist.Musik besteht aus der Metamorphose von Klängen und "Realitäten schaffen, bedeutet eine tonale Umgebung zu kreieren", wie es im Gespräch der beiden Musiker, das in die doppelte Parabel von Fisch und Käfer eingebettet ist, heißt. Sie wissen, dass "Erkenntnis tönt" und sind doch verstiegen genug nicht-stimmbare Instrumente zu bauen bzw. auf ihnen zum musizieren, denn: "die Stimmung ist vorhanden, bevor ich vorhanden bin." Dem Hörspiel gelingt eine subtile und sinnliche Verschränkung von Fabel und Musik und es reflektiert zugleich den ästhetischen Ansatz der Musiker: auf der verbalen Ebene in ihrem Gespräch und auf der Soundebene, die sich zu Spiel- und Spiegelfläche der Fabel machen. Die Komposition illustriert nicht platt die Welt des Fisches unter der Wasseroberfläche, sondern schillert in vielen fast sichtbaren Farben. Sie transformiert sich im Gleichklang mit Leben, Sterben und Wiedergeburt des Fisches - und reflektiert so ihrerseits das Thema der Metamorphose.Am Schluss wagt sich der Käfer doch noch zwischen den Steinen hervor, um ein faulendes Blatt von der Wasseroberfläche zu klauben. Die Eidechse hat er scheinbar völlig vergessen, denn die Bedrohung aus seinem früheren Leben, nämlich die Katze, ist tot. Aber wer die Realität der Fabel nicht von seiner eigenen zu unterscheiden weiß, lebt gefährlich.
(06.12.2010)
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